Der im Rahmen des Exzellenzclusters „Transforming Human Rights“ organisierte Workshop brachte Forschende aus den Bereichen Geographie, Rechtswissenschaften und angrenzenden Fachgebieten zusammen, um zu untersuchen, wie Mobilität, Infrastrukturen, digitale Netzwerke, Umweltkrisen und transnationale Konstellationen territorial begrenzte Vorstellungen von Menschenrechten, Verantwortung und Rechenschaftspflicht in Frage stellen.
Im Rahmen der von Prof. Dr. Sandra Jasper moderierten Sitzung zu den Themen Umweltschäden, Vertreibung und umkämpfte Landschaften hielt Víctor Cobs-Muñoz den Vortrag „Harm in Plain Sight: Sacrifice Zones and the Architecture of Social-Ecological Disposability“. Der Vortrag befasste sich mit Gebieten, in denen schwerwiegende Schäden für Leben, Gesundheit, Nahrung und Wasser sowie das Recht auf eine saubere, gesunde und nachhaltige Umwelt sichtbar, benannt und oft rechtlich anerkannt und somit nachhaltig akzeptiert werden. Ausgehend von aktuellen Arbeiten zur Umweltgerechtigkeit aus kritisch-realistischer Perspektive argumentierte der Vortrag, dass das Fortdauern solcher Gebiete nicht einfach durch schwache Regierungsführung oder durch die territorialen Grenzen von Rechtsrahmen erklärt werden kann. Stattdessen wurden wiederholt auftretende strukturelle Logiken hervorgehoben, durch die Schäden und Ungerechtigkeiten normalisiert und aufrechterhalten werden, darunter regulatorische Verzögerungen, Argumente wirtschaftlicher Unentbehrlichkeit, technokratische Normalisierung und rechtliche Ausnahmeregelungen.
Der Workshop bot einen wertvollen interdisziplinären Rahmen für den Austausch über die Räumlichkeit der Menschenrechte und die damit verbundenen aktuellen Herausforderungen.