Ziel des Projekts war es, die vielfältigen Erfahrungen, Perspektiven und Wünsche migrantischer Frauen im städtischen Raum sichtbar zu machen und zu reflektieren.
In der offenen und herzlichen Atmosphäre der Räumlichkeiten von KiTEV kamen die Teilnehmerinnen bei Kaffee, Kuchen und lebendigem Austausch miteinander ins Gespräch. In Kleingruppen bearbeiteten sie verschiedene Aufgaben die dazu einluden, sich mit dem Viertel rund um den Hauptbahnhof Oberhausen auseinanderzusetzen.
Zum Einstieg stellten sich die Frauen gegenseitig ihre persönlichen Lieblingsorte im Quartier vor. Anschließend versetzten sie sich in die Rolle einer Frau, die neu nach Oberhausen kommt, und sprachen Empfehlungen aus: Welche Orte lohnen sich? Welche sollte man eher meiden? Den Abschluss bildete eine kreative Aufgabe, bei der auf leeren Blättern Ideen für ein ideales Zukunftsquartier entwickelt wurden. Entstanden sind vielfältige Vorstellungen, wie etwa frauenspezifische Schwimmbäder, sichere Rückzugsräume oder Treffpunkte, an denen kulturelle und religiöse Bedürfnisse respektiert und ausgelebt werden können.
Einige der Teilnehmerinnen hatten Fluchterfahrung und leben erst seit kurzer Zeit in Deutschland. Besonders bereichernd war die große Diversität innerhalb der Gruppe selbst: Insgesamt zwölf Frauen aus Nahost und Nordafrika sowie aus Afghanistan nahmen teil.
Bei der Auswertung der Workshop-Ergebnisse fielen zentrale Bedürfnisse und Herausforderungen im öffentlichen Raum auf. Positiv hervorgehoben wurden Orte, die Schutz, Ruhe und soziale Nähe bieten, etwa Parks in Wohnnähe, Spielplätze oder Begegnungsorte für Frauen. Kritisch bewertet wurden hingegen Orte mit Lärm, Verschmutzung oder unübersichtlicher Gestaltung. Besonders abends oder mit Kindern meiden viele Frauen bestimmte Bereiche der Stadtmitte.
Deutlich wurde unter anderem das Bedürfnis nach zugänglichen, gepflegten und familienfreundlichen Aufenthaltsräumen, die frei von männlich dominierten Strukturen sind und Erholung ermöglichen. Zudem wünschten sich viele Teilnehmerinnen mehr Angebote und Unterstützung für Frauen und Kinder wie die von KiTEV.
Der Vormittag war geprägt von Offenheit, Respekt und Dialog. Für alle Beteiligten bot der Workshop wertvolle Einblicke in Perspektiven, die in klassischen Planungsprozessen häufig übersehen werden. Das Projekt zeigt: Wenn migrantische Frauen als Expertinnen ihres Alltags ernst genommen und aktiv einbezogen werden, entstehen wichtige und notwendige Anregungen für eine inklusivere Stadtentwicklung.
Die Studierenden:
Ella Andersch, Beyza Bağcı, Juliana Ferreira Da Silva, Canel Gümüşsoy, Chahida Harcha Anki, Marguerite Hennch, Damian Heying, Ranim Kataya, Marlene Köppen, Anisa Scharmann, Daniel Tsvelenev und Nina-Leonie Wille