TU Dortmund | Fakultät Raumplanung

Seminar „Planung – Total unemotional? Zur Bedeutung von Emotionen in lokalen Planungskonflikten“ an der Fakultät Raumplanung

Das Seminar „Planung – Total unemotional? Zur Bedeutung von Emotionen in lokalen Planungskonflikten“ fand am 09.10.25 im Kontext des Kompetenznetzwerks Lokale Konfliktforschung und -bearbeitung (LoKoNet) statt.

Das Teilvorhaben an der Fakultät Raumplanung untersuchte in den vergangenen zwei Jahren, welche Rolle Emotionen in lokalen Planungskonflikten spielen. Im Zentrum stand der Zielkonflikt zwischen Wohnungsneubau und Flächensparen zwischen Verwaltung, Lokalpolitik und Bürgerinitiativen. Das Seminar hatte das Ziel, die Forschungsergebnisse des Teilvorhabens zu präsentieren und mit Planer*innen aus Verwaltung, Büros und privaten Unternehmen zu diskutieren, welche Schlussfolgerungen daraus gezogen werden können.

Neben der Präsentation und Diskussion der Projektergebnisse hatten die rund 40 Teilnehmer*innen aus der Planungspraxis die Gelegenheit, sich in Diskussionsforen zu unterschiedlichen Aspekten von Emotionen in Planungskonflikten auszutauschen. Die Diskussionsforen wurden bereichert durch Impulse von externen Expert*innen. Im ersten Diskussionsforum widmeten sich die Teilnehmer*innen im Austausch mit Dr. Daniela Strüngmann (Universität Duisburg-Essen) und Frederik Brandenstein (Rhein-Ruhr-Institut für Sozialforschung und Politikberatung e.V.) der Frage, woher das Misstrauen in Verwaltungshandeln rührt und wie Planer*innen mehr Akzeptanz für Ihre Vorhaben schaffen können. Im zweiten Diskussionsforum gaben Laura Gerards Iglesias (Europa Universität Viadrina) und Ornella Gessler (K3B – Kompetenzzentrum Kommunale Konfliktberatung, VFB Salzwedel e.V., gleichzeitig Verbundpartnerin des LoKoNet) Impulse, wie Ansätze aus Konfliktberatung und Partizipation einander bereichern können und welche neuen Perspektiven für den konstruktiven Umgang mit Konflikten in der Planung daraus entstehen. Im dritten Diskussionsforum diskutierte PD Dr. Fritz Reusswig (Potsdam Institut für Klimafolgenforschung, ebenfalls Verbundpartner des LoKoNet) mit Unterstützung von Dr. Patricia Feiertag, Fachgebiet Europäische Planungskulturen, mit den Teilnehmer*innen, wie Ökosystemdienstleistungen des Stadtgrüns besser in Aushandlungen innerhalb von Planungsprozessen integriert werden können und wie sich Emotionen in Debatten um Bebauung in planerische Entscheidungsprozesse einbinden lassen. Im vierten Diskussionsforum stellte PD Dr. Sandra Huning (Fakultät Raumplanung) die Frage, welche planerische Selbst- und Rollenverständnisse es braucht, um in emotionsbehafteten Konflikten handlungsfähig zu bleiben, und wie die LoKoNet-Erkenntnisse zu Emotionen in Planungskonflikten in der Planungsausbildung integriert werden könnten.  

Im Anschluss an das Seminar gab es von Seiten der Teilnehmer*innen eine positive Rückmeldung zum kollegialen Austausch über den Umgang mit eigenen Emotionen im Planungsalltag und die Erkenntnis, dass viele Planer*innen vor ähnlichen Herausforderungen stehen und nicht allein mit ihren Erfahrungen sind.

LoKoNet wird gefördert vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt im Zeitraum 2022-2026, Förderkennzeichen: 01UG2201E. Weitere Informationen zum Projekt finden sich auf der Webseite www.lokonet.de. Die inter- und transdisziplinäre Abschlusskonferenz findet im Februar 2026 in Erfurt statt.

Ansprechpartner*innen:

Sandra Huning, sandra.huning@tu-dortmund.de

Stefan Baars, stefan.baars@tu-dortmund.de

Hanna Seydel, hanna.seydel@tu-dortmund.de


(Foto: Uwe Grützner)