Die diesjährige Veranstaltung stand unter der Überschrift „Jugend und Innenstadt“. Die teilnehmenden Hochschulen – die BTU Cottbus, HFT Stuttgart, RPTU Kaiserslautern, TH Lübeck, TU Berlin, TU Braunschweig und TU Dortmund – waren dazu aufgerufen, sich analytisch und konzeptionell mit der jugendgerechten Innenstadtentwicklung auseinanderzusetzen.
Den 28. Oktober 2025 wurde in Köln die Arbeit mit dem Titel „Places2Be Hamina“ mit dem ERSTEN PREIS prämiert. Die Arbeit entstand im Rahmen des Masterentwurfs, der im Sommersemester 2025 vom Fachgebiet Städtebau, Bauleitplanung und Stadtgestaltungsprozesse angeboten wurde.
Wir gratulieren herzlich:
Saskia Zdunek, Rafaela Weiß, Florian Treude, Leon Reckers, Luisa Langer, Christopher Köhn, Hannah Jursitzka, Sophia Hartmann und Lasse Buschmaas
Jurybegründung:
„Die Arbeit überzeugte die Jury durch ihre inhaltliche Qualität, ihre methodische Herangehensweise und ihre innovative Perspektive. Der Entwurf zeigt eindrücklich, wie jugendgerechte Stadtentwicklung gedacht werden kann, wenn die Perspektiven junger Menschen nicht nur berücksichtigt, sondern aktiv in den Planungsprozess eingebunden werden.
Hervorzuheben ist zunächst der Fokus auf die Kleinstadt. Während in der Stadt- und Regionalplanung oft Großstädte im Mittelpunkt stehen, richtet dieses Projekt den Blick auf Hamina, eine Kleinstadt mit knapp 20.000 Bewohner*innen an der Südostküste Finnlands. Damit greift die Arbeit die Realität vieler europäischer Städte auf und eröffnet wertvolle Übertragungsmöglichkeiten. Der Kleinstadtbezug macht das Projekt besonders relevant und zeigt, dass zukunftsweisende städtebauliche Ideen nicht nur im Kontext großer Metropolen entstehen dürfen.
Besonders vorbildlich ist zudem der partizipative Ansatz. Auf Basis einer umfangreichen Umfrage mit rund 160 Jugendlichen sowie mehrerer ganztägiger Workshops mit Schüler*innen ist ein ko-produktiver Prozess entstanden, der die Glaubwürdigkeit der Arbeit unterstreicht. Statt für junge Menschen zu planen, wurde mit ihnen gemeinsam gearbeitet. Dies führt zu einem Entwurf, der sowohl die tatsächlichen Bedürfnisse widerspiegelt als auch einen Prozess dokumentiert, der Modellcharakter für andere Vorhaben hat.
Schließlich beeindruckte die Jury die Sensibilität für zeitliche Dimensionen des urbanen Lebens. Hamina ist geprägt von langen, dunklen Wintern und kurzen, intensiven Sommern. Diesen Wechsel haben die Studierenden nicht nur erkannt, sondern gestalterisch aufgegriffen: Die Entwicklung einer Sommer- und einer Winterachse berücksichtigt die klimatischen Realitäten und schafft Räume, die sowohl im Freien als auch in geschützten Bereichen eine selbstbestimmte Nutzung durch Jugendliche ermöglichen. Damit wird ein Thema aufgegriffen, das weit über den konkreten Ort hinaus Relevanz hat. Gerade in Bezug auf jugendgerechte Räume ist dieser Ansatz originell und richtungsweisend.“
(Foto 1:
Päivi KataikkoGrigoleit)
(Abbildung 1: Entwurfsgruppe)