In den vergangenen vier Jahren widmete sich LoKoNet der Frage, wie die Konstruktion von Räumen mit der Entstehung und dem Verlauf von Konflikten in Wechselwirkung steht und wie Emotionen in lokalen Konfliktdynamiken wirksam und bearbeitbar werden. Der Fokus des Teilvorhabens an der Fakultät Raumplanung lag insbesondere auf Planungskonflikten zwischen Wohnungsneubau- und Flächensparzielen. Die erste Projektphase endete im Februar 2026 mit einer gemeinsamen Konferenz unter dem Titel „Konflikt – Raum – Emotion: Lokale Konflikte verstehen und bearbeiten“ an der FH Erfurt. Die Konferenz brachte sowohl Wissenschaftler*innen aus den unterschiedlichen beteiligten Disziplinen als auch Praktiker*innen aus Konfliktbearbeitung und Mediation zusammen (siehe Foto). Die Ergebnisse des Teilvorhabens, das unter Leitung von PD Dr. Sandra Huning von Stefan Baars und Hanna Seydel am Fachgebiet SOZ bearbeitet wurde, werden in Kürze in zwei Buchpublikationen veröffentlicht.
Für die zweite Förderphase liegt der Schwerpunkt auf der Entwicklung sogenannter multifunktionaler Artikulationsräume, die gleichermaßen Forschung, Vermittlung, gesellschaftlichen Dialog und Transformation ermöglichen sollen. Das Projektteam an der TU Dortmund will dafür u. a. ein Planspiel für Akteure aus Planungspraxis und Lokalpolitik entwickeln, welches eine typische stadtplanerische Konfliktsituation simuliert und Bedürfnisse und Emotionen der Beteiligten miteinbezieht. Ein zweiter inhaltlicher Schwerpunkt wird – aufbauend auf Vorarbeiten des Potsdam Instituts für Klimafolgenforschung (PIK) zu drei Berliner Fallbeispielen (Tempelhofer Feld, Kleingärten, BaumEntscheid) in der ersten Förderphase - auf lokalen Klimakonflikten liegen. Unter anderem ist dafür eine Diskussionsveranstaltung mit Wissenschaftler:innen, Praktiker:innen und zivilgesellschaftlichen Organisationen zu stadtplanerischen Konflikten in Berlin geplant. Darüber hinaus will das Team neue Impulse für die Lehre zum Thema Konfliktbearbeitung in der Raumplanung setzen. Ziel ist es, die Erfahrungen aus den Interventionen der partizipativen und transformativen Forschungspraxis mit den Erfahrungen der praktischen Konfliktbearbeitung zu verknüpfen und gemeinsam mit weiteren Verbundpartnern für die Lehre aufzubereiten.
Die Verbundkoordination des Projektes liegt weiterhin bei der Fachhochschule Erfurt, Fakultät Architektur und Stadtplanung. Verbundpartner sind das Kompetenzzentrum Kommunale Konfliktberatung im VFB Salzwedel e.V., das Institut für interdisziplinäre Konflikt und Gewaltforschung (IKG) der Universität Bielefeld, die Universität Jena (Institut für Deutsch als Fremd- und Zweitsprache und Interkulturelle Studien) und die Fakultät Raumplanung der Technischen Universität Dortmund. Für die zweite Förderphase verstärkt Wiebke Lass das Team am Fachgebiet Stadt- und Regionalsoziologie der Fakultät. Sie war bereits in der ersten Projektphase für das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) in LoKoNet tätig.
Ansprechpartner: Stefan Baars und Wiebke Lass
Foto: Konferenz an der Fachhochschule Erfurt „Konflikt – Raum – Emotion: Lokale Konflikte verstehen und bearbeiten“ im Februar 2026